COPD oder Asthma?

Asthma und COPD haben ähnliche Symptome und die Unterscheidung beider Krankheiten ist nach wie vor schwierig. Da aber beide Krankheiten unterschiedlich behandelt werden ist eine eindeutige Diagnose sehr wichtig.

Sowohl eine COPD als auch Asthma bronchiale sind gekennzeichnet durch Atemnot, Husten und Auswurf.  Die Ursache von Asthma ist eine Überempfindlichkeit der Lunge gegenüber bestimmten Stoffen und ist meistens angeboren während eine COPD eine erworbene Krankheit ist, in der Regel verursacht durch Rauchen oder Umweltgifte. Zur Pathophysiologie trägt hier vor allem die chronische Bronchitis und im späteren Krankheitsverlauf auch häufig das Emphysem bei.

Spirometrisch lässt sich sowohl bei Asthma als auch bei einer COPD eine Verringerung des Peakflows, von FEV1 und FEV1% nachweißen. Bodyplethysmographisch ist der Atemwegswiderstand und das Residualvolumen erhöht.

 

Anamnese

Wichtige Hinweise zur Unterscheidung werden über die Anamnese gesammelt.  Der bedeutendste Unterschied zwischen Asthma und einer COPD ist, dass Asthma anfallartig auftritt und die Symptome nach Ende des Anfalls wieder verschwinden. Allerdings sind bei schwerem persistierendem Asthma der Schwerestufe 4 die Symptome praktisch ständig vorhanden.

Wie bereits erwähnt tritt Asthma frühkindlich auf, während eine COPD meist erst bei Erwachsenen über 50 Jahren zu finden ist. Auch beginnt eine COPD mild und ist später zunehmend. Asthma ist unabhängig von Rauchen, wobei Rauchen einen Anfall auslösen kann. COPD-Patienten sind meistens Raucher oder waren Umweltgiften ausgesetzt. Die Auswurfmenge ist bei Asthma deutlich geringer als bei einer COPD. Auch klagen Asthmatiker über unproduktiven nächtlichen Reizhusten, während COPD-Patienten oft morgens produktiven Husten erfahren.

 

Diagnosemöglichkeiten

Eine relativ sichere Methode zur Unterscheidung ist ein Provokationstest oder eine Bronchospasmolyse.

Bei der Bronchospasmolyse wird bei Vorliegen einer akuten Obstruktion ein Beta-2-Sympathomimetikum über ein Aerosol-Dosimeter inhaliert (z.B. Salbutamol). Liegt Asthma vor, so werden sich die Bronchien erweitern und bei einer danach durchgeführten Spirometrie sollten die Werte deutlich verbessert sein. Bei einer COPD wird diese Methode die Werte nur begrenzt verbessern. Liegt Asthma vor, so sollte sich FEV1 um mindestens 15% erhöhen.

Eine weitere Möglichkeit ist über 4 Wochen ein Steroid zu inhalieren (z.B. Cortison). Während hier Asthmatiker wiederum sehr gut ansprechen, tun dies bei COPD-Patienten nur in ca. 10% der Fälle. Gleichzeitig kann dies auch ein Test sein, inwieweit eine Cortison-Therapie sinnvoll wäre.

Beim Provokationstest wird der umgekehrte Weg gegangen. Mit einem Medikament, oft Histamin, werden die Bronchien gereizt („provoziert“).  Bei Patienten mit hyperreagiblem Bronchialsystem wie bei zum Beispiel bei Asthma, wird es dann zu einer Verengung der Bronchien, vor allem bei der Ausatmung, kommen. Beachtet werden hier wieder bevorzugt FEV1 und PEF.

Aerosol-Dosimeter zur Bronchospasmolyse und Provokatio

Eine weitere sinnvolle Methode kann eine Diffusionsmessung sein. Bei Patienten mit COPD ist der Transferfaktor TLCO in der Regel erniedrigt. Eine aktuelle Studie hat auf der anderen Seite gezeigt, dass TLCO bei Asthmatikern erhöht sein kann (bei 62% der Probanden).

Bei Belastungsasthma sollte als weitere Methode eine Ergospirometrie durchgeführt werden.

Weitere Aufschlüsse können auch Röntgen des Brustraums und die Untersuchung des Auswurfs geben. Das Röntgenbild bei Asthma ist unauffällig, bei einer COPD sind häufig Anzeichen eines Lungenemphysems zu erkennen. Bei Asthmatikern dominieren bei einem Zellnachweiß des Auswurfs eosinophile Granulozyten, bei einer COPD sind es neutrophile Granulozyten.

 

 

 

Aerosol-Dosimeter zur Bronchospasmolyse und Provokation